ISBN 18 – Langendreer und Werne unterm Hakenkreuz – Vorwort

„Wer die Vergangenheit nicht kennt,
ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.“
George Santayna, Philosoph

Vor dem Hintergrund der verstärkten neonazistischen Aktivitäten und des Terrors gibt die VVN – Bund der Antifaschisten und Antifaschistinnen ihr neues Heft in der „Schriftenreihe zur antifaschistischen Geschichte Bochums” heraus. Die Schrift beleuchtet am Beispiel des Bochumer Ostens die Zeit von 1933 bis 1945.

Aus unserer Sicht wurde die Schrift notwendig, da es wenig veröffentlichte Informationen aus den Bochumer Stadtteilen Langendreer und Werne zu dieser Zeit gibt. Faschismus und Krieg und der Widerstand dagegen waren bisher kaum untersucht. Mit der vorliegenden Schrift sollen Impulse gesetzt werden, sich genauer mit diesem Teil der Lokalgeschichte zu beschäftigen. Orte, Täter, Opfer, das Leben im Faschismus und im Krieg, der vielgliedrige Widerstand werden in Text, Bild und Dokumenten dargestellt und wiedergegeben.

Demo am 29. Oktober 2011

 

Erschreckend, welche Parallelen sich zur heutigen Zeit zeigen. Ermutigend aber auch , auf welch breiten Widerstand der heutige Nazi-Terror im Bochumer Osten stieß. Bleiben wir alle wachsam! Denn nach wie vor hat Brechts Wort hohe Aktualität: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch”.

Selbstverständlich erhebt diese Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit und natürlich würden wir uns über weitere Anregungen, Informationen etc. freuen. Danken möchte ich all denen, die dazu beigetragen haben dieses Heft zu erstellen und zu verbreiten.

Widmen möchte ich die Schrift den Zeitzeugen aus Langendreer und Werne, deren Lebensweise, politische Arbeit und Widerstandskampf ich vor vielen Jahren noch kennenlernen konnte, die politisches Interesse mit ihren Berichten weckten und zum Teil unter großen Gefahren, Fotos und Dokumente über die Zeit des Faschismus und Krieges retteten: Konrad Buchner, Martha Grafenhain, Max Napp, Emil Sander, Franz Schneider, Robert Schreiber, Erich Schlüter, Karl Soltyszeck, Anna Stangel und Hannes Zacharias.

Günter Gleising, im Mai 2012