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Im Stadtarchiv / Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte wurde am 21. Februar 2019 das von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund
der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) e. V. Kreisvereinigung
Bochum herausgegebene Buch „Ein Bochumer Konzentrationslager – Geschichte des Buchenwald-Außenlagers des Bochumer Vereins“ vorgestellt.

„Ein Konzentrationslager in Bochum?”, diese ungläubige Frage ist
alltäglich, wenn ein Gespräch über den Widerstand und die Verfolgung in
Bochum geführt wird. Es scheint vergessen zu sein, dass in Bochum im
Sommer 1944 ein Außenlager des KZ-Buchenwald aufgebaut wurde. Im Rahmen
der faschistischen Doktrin des „totalen Krieges” sollte die
Rüstungsproduktion des Bochumer Vereins gesteigert werden. Direktoren
des Bochumer Vereins waren an der Planung ebenso wie an der Auswahl von
KZ-Häftlingen beteiligt. Das Lager am Ende der kleinen Brüllstraße, die
von der Kohlenstraße kurz vor der Eisenbahnunterführung abzweigte, wurde
von der SS geführt, war mit Elektrozäunen und Wachtürmen gesichert. Bis
zum März 1945 mussten in den nahegelegenen Hallen die meist jüdischen
Häftlinge Granaten und Bomben fertigen. 12 Stunden am Tag bei schlechter
Ernährung, vielen Krankheiten, ungenügen­den hygienischen Bedingungen,
überfüllten KZ-Baracken und ohne Bunkerschutz bei Luftangriffen.

Die Autorin Ingrid Wölk und die Autoren Wolfgang Dominik, Günter Gleising und Hubert Schneider stellten die einzelnen Kapitel einem interessierten Publikum vor. Die Autoren der sieben Aufsätze gehen der Frage der Stellung des Bochumer Vereins im System der Zwangsarbeit, der Verbrechen der Wehrmacht und der SS ebenso nach wie der Geschichte des Bochumer KZ-Außenlagers und den Schicksalen von KZ-Häft­lingen. Dass die Geschichte um das KZ-Außenlager nach der Befreiung von Faschismus und Krieg noch nicht zu Ende war, wird in dem Kapitel zur Auflösung und Nachkriegsgeschichte bearbeitet. Mit der Verlegung der Stolperschwelle im September 2018 endet das Buch.

Die Autorin und Autoren und die VVN-BdA hoffen, dass die Texte, die Fotos und Dokumente auf reges Interesse vor allem auch bei jungen Menschen stoßen. Eine weitere Beschäftigung mit dem Thema ist wünschenswert. Das KZ-Au­ßen­lager Buchenwald mitten in der Stadt Bochum darf ebenso nicht in Vergessenheit geraten wie die Opfer, die fernab ihrer Heimat in Bo­chum den Tod fanden.

Ein Bochumer Konzentrationslager – Geschichte des Buchenwald-Außenlagers des Bochumer Vereins
Aufsätze, Fotos, Dokumente
Herausgeber Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes –
Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
(VVN-BdA) – Kreisvereinigung Bochum
112 S., Format A5, ISBN: 978-3-931999-25-4, 7.50 €